FEHLERDIAGNOSE

Bluescreen-Fehler (BSOD):
Ursachen und Lösung

Ein Bluescreen bedeutet, dass Windows sich selbst anhält und sagt: „Wenn ich über diesen Punkt hinaus fortfahre, werden Daten beschädigt.“ Es handelt sich also eigentlich um einen Schutzmechanismus. Die schlechte Nachricht ist, dass die Ursache nicht auf die kurze Meldung auf dem Bildschirm beschränkt ist; die gute Nachricht ist, dass sich der größte Teil der Bluescreens auf einige wenige Hauptpunkte zurückführen und systematisch eingrenzen lässt.

Beantworten Sie zuerst diese Frage: Wann hat es angefangen?

Der schnellste Weg zur Diagnose ist der Blick auf den Moment, in dem der Fehler begann. Diese eine Frage schließt die Hälfte der möglichen Ursachen aus:

Nach dem Einbau eines neuen Bauteils

Wenn Sie RAM, eine Grafikkarte oder eine Festplatte eingebaut haben: Inkompatibilität, ein nicht richtig sitzender Kontakt oder ein unzureichendes Netzteil.

Nach einem Update

Wenn es nach einem Windows- oder Treiberupdate begann, ist die Ursache nahezu sicher der Treiber.

Von selbst, mit zunehmender Häufigkeit

Das klassische Bild der Hardwarealterung: Sektorfehler der Festplatte oder defekter Arbeitsspeicher.

Nur unter Last

Wenn es beim Spielen, bei der Videobearbeitung oder unter hoher Last auftritt: Überhitzung oder ein unzureichendes Netzteil.

Lesen Sie den Fehlercode — dort steht die eigentliche Information

Auf dem blauen Bildschirm sehen Sie in der Regel ein trauriges Gesicht, eine Prozentanzeige und unten Stopcode . Dieser Code ist keine Vermutung, sondern ein direkter Hinweis des Systems. Die häufigsten Codes und ihre Bedeutung in der Praxis:

Wenn der Code jedes Mal anders erscheint, ist auch das eine Information: wechselnde Codes deuten in der Regel auf eine Komponente hin, die das gesamte System betrifft, etwa den Arbeitsspeicher oder das Netzteil. Wenn der Code immer gleich ist, ist der Kreis der möglichen Ursachen enger geworden.

1. Machen Sie die letzte Änderung rückgängig

Wenn der Fehler nach einem bestimmten Ereignis begonnen hat, liegt dort auch die Lösung. Bauen Sie das neu eingesetzte Bauteil aus und testen Sie erneut; setzen Sie den aktualisierten Treiber über den Geräte-Manager auf die vorherige Version zurück. Bei Bluescreens, die unmittelbar nach einem Windows-Update auftreten, behebt das Entfernen des Updates das Problem meist sofort.

Bei einem übertakteten System besteht der erste Schritt immer darin, die BIOS-Einstellungen auf die Standardwerte zurückzusetzen. Speicherkits, die mit aktiviertem XMP/EXPO-Profil instabil laufen, erzeugen genau dieses Bild.

2. Testen Sie den RAM

Speicherfehler sind die klassischste Ursache des Bluescreens, und ihre Prüfung ist kostenlos. Das Windows-eigene Speicherdiagnose -Tool liefert einen ersten Anhaltspunkt; allerdings begegnen uns häufig Module, die bei einem kurzen Test sauber wirken, im Langzeittest jedoch Fehler zeigen. Deshalb führen wir in der Werkstatt Langzeittests durch.

Wenn mehrere Module vorhanden sind, testen Sie sie einzeln

Dies ist die zuverlässigste und kostenfreie Methode: die Module einzeln einbauen und das Gerät benutzen. Tritt der Fehler nur mit einem bestimmten Modul auf, ist der Schuldige gefunden. Bleibt der Fehler auch beim Tauschen der Module bestehen, gerät der Steckplatz auf dem Mainboard in Verdacht.

Auch oxidierte Kontakte sind eine häufigere Ursache als angenommen. Das Modul zu entnehmen und wieder fest in den Steckplatz zu setzen, kann das Problem allein schon lösen, besonders bei Desktop-Rechnern, die lange nicht geöffnet wurden. Wenn Sie über eine Speichererweiterung nachdenken, die Kompatibilitätskriterien in unserem Leitfaden zur RAM-Aufrüstung haben wir ausführlich erläutert.

3. Prüfen Sie den Datenträger

Eine Festplatte am Ende ihrer Lebensdauer erzeugt neben Bluescreens auch Einfrieren und Startprobleme. Die eigenen Gesundheitsdaten der Festplatte (S.M.A.R.T.) sprechen dabei eine recht deutliche Sprache: Steigt die Anzahl der neu zugewiesenen Sektoren, warnt Sie die Festplatte.

Der Grund für den letzten Punkt: Jeder Leseversuch auf einer defekten mechanischen Festplatte verringert die noch rettbaren Daten. In diesem Stadium ist es richtig, das Gerät auszuschalten. Einzelheiten finden Sie unter unseren Leitfaden zur Datenrettung sollten Sie sich ansehen.

4. Messen Sie die Erwärmung

Bei Bluescreens, die nur unter Last auftreten, ist Überhitzung ein starker Kandidat. Wenn die Temperaturen von Prozessor und Grafikkarte die kritische Schwelle erreichen, senkt das System zunächst seine Geschwindigkeit und hält dann zum Selbstschutz an. Staubansammlung und ausgetrocknete Wärmeleitpaste sind die beiden Hauptursachen dafür; in unserem Ratgeber zur Überhitzung haben wir ausführlich dargelegt.

5. Treiber sauber installieren

Besonders bei Grafikkartentreibern hinterlässt eine Installation „darüber“ Reste und erzeugt Konflikte. Die richtige Vorgehensweise ist, den vorhandenen Treiber vollständig zu entfernen und die aktuelle, von der Website des Herstellers heruntergeladene Version sauber zu installieren. Laden Sie den Treiber von der Seite des Herstellers selbst herunter; Programme von Drittanbietern zur „Treiberaktualisierung“ erweisen sich in unserem Service häufig als Ursache des Problems.

6. Schließen Sie Software mit einem sauberen Systemstart aus

Um festzustellen, ob ein im Hintergrund laufendes Programm einen Konflikt verursacht, startet man das System ausschließlich mit den Microsoft-Diensten. Verschwindet der Fehler dabei, liegt die Ursache bei einer der installierten Anwendungen und lässt sich durch schrittweises Aktivieren eingrenzen. Auch mehrere übereinander installierte Virenschutzprogramme sind in dieser Gruppe eine häufige Ursache.

Wann sollte man es zum Service bringen?

Wenn die obigen Schritte kein Ergebnis gebracht haben oder der Fehlercode wie bei WHEA auf ein Problem auf Hardwareebene hinweist, sind für die Diagnose Messgeräte und Ersatzteile erforderlich. Eine Instabilität der Spannungswandler auf der Hauptplatine oder des Netzteils lässt sich nicht per Software feststellen.

In unserem Servicecenter in Çankaya prüfen wir bei Bluescreen-Beschwerden zunächst die Systemprotokolle und die Absturzabbilddateien und überprüfen anschließend Arbeitsspeicher, Festplatte und Netzteil einzeln mit unserer eigenen Testhardware. So wird kein intaktes Bauteil getauscht, sondern dort eingegriffen, wo der Fehler tatsächlich liegt.

Die Teile aus diesem Ratgeber erhalten Sie in unserem Shop

Häufig gestellte Fragen

Schadet ein Bluescreen meinem Computer?
Der Bluescreen selbst richtet keinen Schaden an; im Gegenteil, er greift ein, um Schaden zu verhindern. Solange jedoch der zugrunde liegende Hardwarefehler (ein überhitzender Prozessor, defekter Arbeitsspeicher, eine sterbende Festplatte) fortbesteht, summiert sich der Schaden. Das eigentliche Risiko ist nicht der Bluescreen, sondern die ignorierte Ursache.
Ich bekomme ständig Bluescreens, hilft eine Neuformatierung?
Wenn die Ursache softwareseitig ist (ein defekter Treiber, ein in Konflikt stehendes Programm, eine beschädigte Systemdatei), hilft eine Neuinstallation. Ist die Ursache hardwareseitig, ändert eine Neuinstallation nichts; der Fehler kehrt einige Tage nach der Neuinstallation zurück. Deshalb sollten vor einer Neuinstallation zumindest der Arbeitsspeicher und die Festplatte getestet werden.
Muss ich mir den Fehlercode notieren?
Unbedingt. Die Zeile mit dem „Stoppcode“ auf dem Bildschirm ist der Ausgangspunkt der Diagnose. Wenn der Bildschirm zu schnell verschwindet, fotografieren Sie ihn mit dem Telefon. Ohne den Code wird die Diagnose zum blinden Austausch von Bauteilen.
Was ist die häufigste Ursache für einen Bluescreen?
Bei der Verteilung, die wir in unserem Service sehen, führen defekte RAM-Module, Festplatten am Ende ihrer Lebensdauer sowie inkompatible oder veraltete Treiber die Liste an. Bei Bluescreens, die nach dem Einbau neuer Hardware oder nach einem Update beginnen, liegt die Ursache fast immer auf der Treiberseite.

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